VBZ Karrierekompass: Wenn aus der Trampilotin eine Serviceleiterin wird

VBZ Admin
Vor elf Jahren wagte Sandra Wüst den Quereinstieg bei den VBZ und startete als Trampilotin. Seither ging ihre Laufbahn steil aufwärts: Nach vier Jahren im Tram-Cockpit und weiteren sieben als Kundenberaterin arbeitet sie heute als Serviceleiterin an vorderster Front. Sie ist immer dann zur Stelle, wenn bei einem Tram oder einem Bus eine Störung auftritt oder sonst etwas Aussergewöhnliches im ÖV-Netz passiert.

Langeweile? Die kennt Sandra Wüst nicht. Denn sie ist Troubleshooterin im wahrsten Sinne des Wortes. Als Serviceleiterin ist die 39-Jährige mit dem bekannten Troubleshooter-Einsatzfahrzeug der VBZ unterwegs. Ausgerüstet unter anderem mit Strommessgerät, Zange und Putzmittel eilt sie dorthin, wo sie gerade gebraucht wird. Egal, ob die Tür eines Busses nicht schliesst, ein Ast in die Fahrleitung ragt, eine Weiche nicht funktioniert oder zwei Trams kollidieren – Sandra kümmert sich darum. «Mein Job ist unglaublich vielfältig. Ich decke von Störungen, Pannen, Unfällen bis hin zu kleineren und grösseren Überraschungen fast alles ab», sagt sie und fügt an: «Ich bin Mechanikerin, Psychologin und manchmal auch Feuerwehrfrau. Wenn ich den Troubleshooter-Wagen bei Schichtbeginn übernehme, ist völlig offen, was der Tag bringen wird.»

Mit Gelblicht zum nächsten Einsatzort

Insgesamt vier Serviceleiter*innen sind jeweils für die VBZ im Dienst. Sie alle decken ein bestimmtes Stadtgebiet ab und stehen per Funk in permanentem Austausch mit der Leitstelle. Von dort erhalten sie ihre Einsätze. Mal muss ein herrenloser Hund eingefangen, mal eine Fahrleitung repariert oder ein Unfallrapport geschrieben werden. Oft drängt die Zeit, denn der normale Fahrbetrieb soll möglichst schnell weiterlaufen. Ist ein Einsatz besonders dringend, schaltet Sandra das gelbe Blinklicht ein. Am Einsatzort angekommen, macht sie sich an die Arbeit – ganz allein. «Meist schaffe ich es, das Problem in Eigenregie zu beheben. Wenn nicht, rufe ich meine Serviceleiter-Kolleginnen und -Kollegen oder jemanden im Depot oder in der Garage an. Wir helfen uns gegenseitig – das ist keine Frage», berichtet sie.

Besondere Freude machen ihr technische Aufgaben: «Die haben mich schon immer interessiert. Deshalb wollte ich mich auch unbedingt von der Kundenberaterin zur Serviceleiterin weiterentwickeln», erzählt Sandra. Während Kundenberater*innen neben dem Tram- oder Busfahren unter anderem für die Beratung der Fahrgäste und die Billettkontrolle zuständig sind, liegt der Fokus der Serviceleiter*innen auf dem technischen Störungsmanagement. Im ersten Monat der Ausbildung zur Serviceleiter*in stehen deshalb die technischen Funktionsweisen der verschiedenen Tram- und Bustypen sowie das Beheben möglicher Störungsfälle im ÖV-Netz auf dem Lernplan. Danach folgt ein zweimonatiges Onboarding in der Praxis. «Es wird viel Stoff in kurzer Zeit vermittelt. Letztendlich lernt man aber vieles auch ‹Learning by doing›», erklärt Sandra.

Erste Ansprechperson bei Unfällen

 Als Serviceleiterin ist Sandra Wüst aber auch die erste Ansprechperson, wenn ein Unfall mit Tram oder Bus passiert. «In so einem Fall rücke ich sofort aus und bin meistens eine der ersten vor Ort. Ich gebe dann alle Infos an die Leitstelle weiter, entscheide, ob es Ambulanz, Polizei oder ein Care Team fürs Fahrpersonal braucht und koordiniere alles am Unfallort.» Solche Situationen sind wahrlich die herausforderndsten Momente in Sandra’s Alltag. Sie hoffe immer, «nur Blechschaden» anzutreffen, doch es komme auch vor, dass verletzte Personen involviert und geborgen werden müssen. «Zum Glück passiert das nur selten. Aber wenn es passiert, ist es natürlich sehr tragisch und aufwühlend», erzählt sie.

Wer motiviert ist, kann bei den VBZ weit kommen

Bevor Sandra zu den VBZ kam, arbeitete sie in einem komplett anderen Bereich: Sie war Schuhverkäuferin. Irgendwann hatte sie den Wunsch, «etwas Neues» auszuprobieren. Sie zögerte deshalb nicht lange, als sie von einem Bekannten hörte, dass die VBZ Trampilot*innen suchen und bewarb sich. So begann Sandra Wüst’s Karrierelaufbahn bei den VBZ. Eine, auf die sie heute mit Stolz zurückblickt. «Mein Werdegang von der Trampilotin zur Kundenberaterin und später zur Serviceleiterin ist sehr klassisch. Wenn man motiviert ist, stehen einem bei den VBZ viele Türen offen und man kann sich kontinuierlich weiterentwickeln.»

Für Sandra stand schon früh fest, dass sie einmal Serviceleiterin werden möchte – obwohl sie damals noch gar nicht genau wusste, was dieser Beruf alles mit sich bringt. Heute hat sie ihren Traumjob und möchte vorerst gar nichts verändern. Doch sollte sie in Zukunft Lust auf einen nächsten Schritt haben, stehen ihr bei den VBZ viele Möglichkeiten offen.

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