Damit der Trambetrieb in Zürich rund läuft, braucht es nicht nur Trampilot*innen, sondern auch Leute im Hintergrund, die Trams reparieren, warten und so disponieren, dass sie in einwandfreiem Zustand auf die Schienen zurückkehren können. Genau das macht das Team von Michael Fink, Leiter Instandhaltung Tram. «Wir sind sozusagen die Automechaniker der Trams», schmunzelt er. Bei ihm arbeiten unter anderem Reiniger*innen, Radsatzbearbeiter*innen, Magaziner*innen, technische Fahrzeugwart*innen und Instandhalter*innen – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr im Schichtbetrieb, verteilt auf Tramdepots in der ganzen Stadt Zürich.
Aber was braucht es, um ins Instandhaltungsteam der VBZ zu kommen? Wenn es einer weiss, dann Michael Fink. Der 34-Jährige hat bereits seine Lehre bei den VBZ absolviert und sich vom lernenden Automatiker Schritt für Schritt bis zum Leiter Instandhaltung hochgearbeitet. Er sagt: «Eine klassische Grundbildung für die Berufe als technische*r Fahrzeugwart*in oder Instandhalter*in gibt es nicht.» Wer im Bereich Instandhaltung bei den VBZ startet, bringt sein handwerkliches Fundament aus der Lehre mit, etwa als Polymechaniker*in, Automatiker*in, Elektromechaniker*in oder Automatikmonteur*in. Das restliche Know-how wird intern und on-the-job aufgebaut.
Gut Ding will Weile haben: Vom Bewerbungsverfahren bis zur on-the-job Ausbildung
Ganz entscheidend ist bei beiden Berufsbildern die Eignung fürs Tramfahren. Denn sowohl Instandhalter*innen als auch technische Fahrzeugwart*innen müssen in der Lage sein, ein Tram zu bewegen – beispielsweise bei Probefahrten, Fahrzeugwechseln oder Störungseinsätzen. Bevor die VBZ also jemand zum Bewerbungsgespräch einladen, müssen die Kandidat*innen unter anderem den Fahreignungsdiagnostik-Test (FED) sowie eine psychologische Eignungsuntersuchung am IAP erfolgreich absolvieren. «Vom Eingang der Bewerbung bis zur definitiven Zusage können deshalb gut bis zu vier Monate vergehen», erklärt Michael Fink. Ist man erst mal bei den VBZ, beginnt die Ausbildung zur Trampilot*in sowie die Praxisausbildung on-the-job. Dabei lernt man unter anderem die verschiedenen Tramtypen, das Tagesgeschäft und Sicherheitsvorschriften kennen.
Der technische Fahrzeugwart und der Instandhalter – ja, tatsächlich sind es aktuell ausschliesslich Männer, die in diesen Jobs arbeiten – sind gleichermassen für Unterhalt und Reparaturen am Tram verantwortlich. Doch obwohl sich die beiden Berufsprofile ähneln, gibt es merkliche Unterschiede: Der technische Fahrzeugwart ist stärker mechanisch tätig und übernimmt beispielsweise Servicearbeiten wie Ölwechsel, das Schmieren von Türen, Wartungen am Fahrwerk oder Fahrzeugwechsel, wenn ein Tram mit Defekt aus dem Betrieb genommen werden muss. Als Instandhalter kommen weitere und komplexere Tätigkeiten, insbesondere im elektrischen Bereich, hinzu. So gehören etwa Störungsdiagnosen im 600-Volt-Bereich oder das Beheben von technischen Problemen zum Aufgabengebiet. Ausserdem wird man stärker in die Disposition miteinbezogen und sorgt etwa dafür, dass für den Fahrdienst jeweils das richtige Tram zur richtigen Zeit bereit steht.
Die Laufbahn nach oben ist offen
Gerade weil die Ausbildung so aufwändig und komplex ist, ist es den VBZ ein Anliegen, die Angestellten langfristig im Unternehmen halten und intern weiterentwickeln zu können. Deshalb hat sie ein umfassendes on-the-job Passerellen- bzw. Laufbahnprogramm ins Leben gerufen. Mittels internen und externen Kursen werden etwa technische Fahrzeugwart*innen, die ihr Aufgabengebiet erweitern wollen und Interesse an elektrischen Themen haben, gefördert und gezielt für den nächsten Karriereschritt als Instandhalter vorbereitet. Das Programm sei in dieser Form einmalig, sagt Michael Fink nicht ohne Stolz und fügt an: «Die Laufbahn ist nach oben offen. Vom technischen Fahrzeugwart oder Instandhalter kann der Weg zum Teamleiter, Meister bis hin zum Depotchef weiterführen.»
Ohne die Instandhaltung fährt kein Tram. Deshalb ist das Team von Michael Fink fast non-stop im Einsatz und arbeitet an 365 Tagen im Schichtbetrieb. Das sei nicht immer ein Zuckerschleck und dessen müsse man sich bewusst sein, gibt Fink zu. Wer sich aber einmal für eine Karriere in der Instandhaltung Tram bei den VBZ entschieden hat, bleibt oft viele Jahre. «Wir haben viele Leute, die über fünf, zehn oder sogar 15 Jahre bei uns im Betrieb mitarbeiten», freut er sich.
Erfahre mehr über die Arbeit im Instandhaltungsteam Tram der VBZ in unserem VBZ Karrierekompass Podcast mit Michael Fink. Höre jetzt hier rein.