VBZ Karrierekompass: Der oberste Zürcher Trämmler gibt Auskunft

VBZ Admin
Christian Ammann ist Leiter Betrieb Tram bei den VBZ und damit Chef der fast 700 Trampilot*innen in Zürich. Im Gespräch erzählt er, was es braucht, um bei den VBZ einzusteigen, was den Job besonders herausfordernd macht und was er denjenigen raten würde, die schon immer einmal Tramfahren wollten, sich aber nicht getrauen.

Christian Ammann weiss genau, was es heisst, Tram zu fahren – nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Als er 2013 bei den VBZ einstieg, hat er das Tramfahren selbst von der Pike auf gelernt. Auch heute sitzt er jedes Jahr mindestens 100 Stunden im Führerstand. «Mir ist es wichtig, zu verstehen, was meine Leute erleben und bewegt. Das kann ich am besten nachvollziehen, wenn ich ab und zu selbst im Cockpit Platz nehme», sagt er.

 

 

Als «Züri Bueb» ist er mit den Trams der VBZ aufgewachsen. Sie haben ihn durch sein ganzes Leben begleitet. Nicht ohne Stolz sagt er deshalb, dass es wohl kaum etwas gibt, das die Stadt Zürich so verkörpert wie das blaue VBZ Tram. Deshalb müsse man als Trampilot*in in erster Linie eine Zuneigung zu Zürich und den Menschen, die hier leben, mitbringen. «Wer Tram fahren will, sollte vor allem ein Menschenfreund sein», weiss Ammann.

Gefragt sind Resilienz und ein kühler Kopf

Aber das allein reicht natürlich nicht. Neben Grundvoraussetzungen wie Deutschkenntnissen, einem bestandenen Fahreignungsdiagnostik-Test oder einer abgeschlossenen Ausbildung braucht es vor allem eines, sagt Christian Ammann: Resilienz. «Man muss die Leute, die sich jeden Tag auf Zürichs Strassen bewegen, aushalten können. Menschen zu schubladisieren oder sich über eine gewisse Gruppe aufzuregen, bringt nichts. Als Trampilot*in ist man dafür da, dass nichts passiert und dass alle aneinander vorbeikommen.»

In der zunehmenden Unruhe und Hektik in der Stadt sieht Ammann die grösste Herausforderung für seine Trampilot*innen. «Man muss die ganze Zeit unglaublich aufpassen und den Kopf wirklich bei der Sache haben in diesem Job.»

Die Ausbildung ist kein Zuckerschleck

Jeden Monat beginnen zehn Aspirant*innen die Ausbildung zum Trampilot respektive zur Trampilotin. Eine fordernde Zeit, in der nicht nur das Fahrzeughandling gelernt, sondern auch technisches Wissen, Fahrdienstvorschriften, Notfallszenarien und die Realität der Schichtarbeit vermittelt werden. «Es ist kein Zuckerschleck und man sollte die Ausbildung nicht auf die leichte Schulter nehmen», bestätigt Christian Ammann. Doch wer die Ausbildung bis zum Schluss durchzieht, wird belohnt.

«Viele, die einmal im Führerstand sitzen, wollen gar nicht mehr weg und werden sogar bei uns pensioniert», weiss Ammann. Tramfahren sei eben eine sinnstiftende Aufgabe, bei der man genau wisse, wofür man arbeitet und unterwegs ist.

Noch Luft nach oben beim Frauenanteil

Allen, die schon immer einmal Tram fahren wollten, aber bisher Zweifel hatten, rät der Leiter Betrieb Tram deshalb, es unbedingt auszuprobieren. «Lasst euch nicht abhalten, wenn ihr euch bisher nicht getraut habt und wagt den Sprung. Der Mut zahlt sich meistens aus», ist der oberste Zürcher Trämmler überzeugt.

Besonders freuen würde es ihn, wenn künftig noch mehr Frauen den Weg in den Beruf fänden. Derzeit liegt der Anteil an Trampilotinnen bei etwas über 20 Prozent. Aus Sicht des Leiters Betrieb Tram darf diese Quote in Zukunft gern deutlich steigen.

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