Mehr Zürich wie Lorena geht kaum: Aufgewachsen in Zürich Altstetten ist sie dem Kreis 9 ihr ganzes Leben treu geblieben. Heute wohnt sie nicht nur in Altstetten, sondern arbeitet auch dort. Von ihrem Zuhause sind es nur wenige Minuten zu ihrem Arbeitsort, dem VBZ Zentrum. «Da lohnt es sich nicht einmal, ins Tram oder den Bus einzusteigen. Oft nehme ich deshalb das Fahrrad», lacht Lorena. Die VBZ sind für sie dennoch das Fortbewegungsmittel Nummer eins in der Stadt Zürich: «Ich war schon als kleines Mädchen praktisch immer mit dem ÖV unterwegs und kann mir ein Leben ohne schlicht nicht vorstellen.»
Ein Ort, an dem man etwas bewegen und mitgestalten kann
Trotzdem hätte sie nie erwartet, dass sie einmal bei den VBZ arbeiten würde. Als sie 2017 zum Vorstellungsgespräch für die Stelle als Personalfachfrau eingeladen wurde, kannte sie die VBZ vor allem aus der Werbung. «Die Kampagnen der VBZ waren frech und hatten Witz. Deshalb dachte ich, dahinter muss ein cooles Unternehmen stecken», erzählt sie. Sie flackerte deshalb nicht lange, als sie die Stellenzusage bekam. Im Human Resources Team standen die Zeichen damals auf Neuanfang, erinnert sich Lorena. «Manches machte mir damals ehrlichgesagt einen etwas verstaubten Eindruck», sagt die 37-Jährige mit einem Augenzwinkern. Gleichzeitig spürte sie, dass sie hier etwas bewegen und mitgestalten kann. «Es lag dieses Gefühl von Aufbruch in der Luft. Wir waren ein neu zusammengestelltes Team mit einer gemeinsamen Vision und dem Willen, frischen Wind ins HR zu bringen.»
Vor der Kamera für die «eigene» Employer-Branding-Kampagne
Inzwischen arbeitet Lorena seit über acht Jahren bei den VBZ. In dieser Zeit hat sich ihr Aufgabenbereich laufend weiterentwickelt. Während sie zu Beginn als Personalfachfrau für die Rekrutierung und Betreuung von Mitarbeitenden im Fahrdienst aus HR-Sicht zuständig war, ist sie heute in einer Doppelfunktion als Recruiting und Employer Branding Manager tätig. Als solche ist sie dafür verantwortlich, neue Mitarbeitende für den Fahrdienst zu gewinnen und die VBZ als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren. «Recruiting macht nur noch einen kleinen Teil meiner Arbeit aus. Mein Schwerpunkt liegt inzwischen auf dem Personalmarketing. Es geht darum, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, damit sich die Leute überhaupt bei uns bewerben», erklärt Lorena. Eine wichtige Aufgabe – mussten die VBZ 2023 aufgrund von Personalmangel im Fahrdienst doch ihren Fahrplan ausdünnen. Seither hat sich die Personalsituation etwas entspannt. Nicht zuletzt dank der von Lorena und ihrem Team 2024 lancierten Employer-Branding-Kampagne, die mit nostalgischen Sujets ganz gezielt Busfahrer*innen und Trampilot*innen über 50 ansprach. «Die Resonanz war enorm. Wir konnten die Stellenaufrufe auf der Job-Website der VBZ um bis zu 32% steigern und in der Folge tatsächlich zahlreiche neue Mitarbeitenden im Fahrdienst einstellen», berichtet Lorena und fügt an: «Aber wir müssen dranbleiben und als Arbeitgeberin sichtbar bleiben. Nur so können wir sicherstellen, dass der ÖV in Zürich auch künftig rollt.» Für das Human Resources Team gibt es auch in den nächsten Jahren viel zu tun: Viele Fahrdienst-Mitarbeitende gehören zur Babyboomer-Generation und werden spätestens in den nächsten Jahren pensioniert. Für die VBZ bedeutet das, dass zahlreiche Stellen neu zu besetzen sind.
Im Chreis Cheib spürt sie den Puls der Stadt
Bei der neuesten VBZ-Personalkampagne «ZüriLove» zieht Lorena nicht mehr nur hinter den Kulissen die Fäden, sondern steht gleich selbst vor der Kamera. Eine ungewohnte Erfahrung, wie sie sagt: «Ich bleibe normalerweise lieber im Hintergrund. Dass man mich nun überall im ÖV sieht, macht mich ein bisschen nervös. Aber ich bin auch stolz, Aushängeschild der VBZ zu sein.» Auf dem Kampagnensujet sieht man Lorena in ihrem persönlichen «ZüriLove»-Moment. Doch eigentlich gibt es für sie nicht nur einen, sondern unendlich viele Momente, in denen sie Zürich liebt: Wenn sie vom Tram auf der Quaibrücke die Aussicht auf dem glitzernden See geniesst, in der Badi Utoquai der Sonne beim Untergehen zuschaut oder sich an einem lauen Sommerabend mit Freunden in der Rio Bar trifft – um nur einige zu nennen. «Zürich ist meine Stadt und ich liebe all ihre Facetten. Aber ich musste mich nunmal für einen ‹ZüriLove›-Moment› entscheiden», schmunzelt sie. Den erlebt sie, wenn sie im Chreis Cheib unterwegs ist, sich an ein Plätzchen in der Sonne im Café setzt und ohne Eile dem emsigen Treiben zuschaut: «Ich liebe Ecken wie das Lochergut, wo man den Puls der Stadt spürt und dieses Züri-Gefühl so richtig aufsaugen kann», beschreibt sie. Für Lorena ist Zürich eine kleine Grossstadt – im besten Sinne. «Ich schätze, dass hier alles so nahe beieinander liegt und man schnell von A nach B kommt. Trotzdem ist Zürich nie langweilig und unglaublich vielfältig», schwärmt sie.
Ein Zahnrädchen von vielen, damit die Stadt in Bewegung bleibt
Von ihrem Lieblingsplatz beim Lochergut hat Lorena nicht nur beste Sicht auf den Strom aus Velos, Autos und Fussgängern, sondern auch auf die vorbeifahrenden Trams der VBZ. «Es ist schön, die eigene Arbeit jeden Tag auf Zürichs Strassen zu sehen», sagt sie – wohlwissend, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass die Tramlinien 2 und 3 hier im 7.5-Minuten-Takt verkehren. Heute versteht sie, was alles dahintersteckt und dass es unzählige Zahnrädchen braucht, die ineinandergreifen, damit der Tram- und Busbetrieb einwandfrei funktioniert. «Wenn mir das bewusst wird und ich realisiere, dass auch ich mit meiner Arbeit dazu beitrage, dass die Stadt in Bewegung bleibt, erfüllt mich das mit Stolz.» Seit sie bei den VBZ arbeitet, wirft sie fast automatisch einen kurzen Blick in die Fahrerkabine, wenn ein Fahrzeug vorbeifährt. Kein Wunder: In den letzten Jahren hat sie einige Busfahrer*innen und Trampilot*innen eingestellt. «Wenn ich im Cockpit ein bekanntes Gesicht entdecke, freut mich das immer riesig. Dann winke ich und wünsche eine gute Weiterfahrt.»