Zürcherinnen und Zürcher aufgepasst: Wer ab dem 14. Dezember nicht versehentlich an der falschen Tramhaltestelle landen möchte, checkt vor dem Einsteigen lieber einmal zu oft den Online-Fahrplan. Der grösste Fahrplanwechsel in der Geschichte der VBZ und die Einführung des «Tramnetz Süd» bringen nämlich zahlreiche Änderungen mit sich. Sieben Tramlinien ändern ihre Routen und am Hauptbahnhof kommt es aufgrund von Bauarbeiten an der Tramhaltestelle «Bahnhofquai» zu zusätzlichen Linienanpassungen. Und auch das Bus- und Nachtnetz verändert sich.
Deutlich mehr Kapazität zwischen Stadelhofen und Balgrist
Johannes Eckert, der den neuen Fahrplan als Angebotsplaner bei den VBZ mitentwickelt hat, bringt Licht ins Dunkel. Im Podcast erklärt er, dass das Projekt nicht ohne Grund «Tramnetz Süd» heisst, da es insbesondere südlich und südöstlich vom Bellevue Änderungen in der Linienführung gibt: «Einfach gesagt fahren die Trams bis zum Bellevue mehr oder weniger so wie bisher und ab Bellevue ändert sich der Weg der Linien 2, 4, 11 und 15. Zusätzlich werden auch die Linien 5 und 8 neu geführt.»
Die Änderungen im Liniennetzplan kommen nicht von ungefähr, sondern bauen das ÖV-Angebot dort aus, wo sich Zürich stark entwickelt: Aufgrund der Eröffnung des neuen Kispi und dem Ausbau weiterer Kliniken im Balgrist sind immer mehr Menschen im Gebiet Lengg unterwegs. Das «Tramnetz Süd» hat deshalb zum Ziel, die Kapazität auf der Forchstrasse zu erhöhen und mehr Trams auf diese Strecke zu bringen. Wer nun denkt, man hätte hierfür einfach die Linie 15 verlängern können, liegt falsch – das habe man im Zuge der Planung schnell herausgefunden, erklärt Johannes Eckert hier.


Die grosse Mehrheit profitiert von den Umstellungen
Das neue Linienkonzept, das am 14. Dezember 2025 in Kraft tritt, wurde nicht etwa im stillen Kämmerchen, sondern im engen Austausch mit verschiedenen Interessengruppen und in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Quartiervereinen ausgearbeitet. Obwohl versucht wurde, die Wünsche aller zu berücksichtigen, konnte man es am Ende nicht ganz allen recht machen. Gemäss Johannes Eckert sei das Gewinner-Verlierer-Verhältnis jedoch recht gut: «Auf sechs Gewinner kommt ein Verlierer. Es wird anders, aber für die allermeisten besser», sagt er im Podcast überzeugt.
Nicht nur für die Fahrgäste wird der Fahrplanwechsel vom Dezember eine grosse Umstellung, auch das Fahrpersonal der VBZ ist gefordert. Deshalb wurde es in den letzten Monaten intensiv geschult und vorbereitet. Christian Ammann, dem als Leiter Betrieb Tram alle Trampilot*innen unterstellt sind, bringt es auf den Punkt: «Jede Tramlinie hat ihre Vorschriften und Abläufe. Mit der neuen Linienführung werden diese komplett über den Haufen geworfen. Zum Fahrplanwechsel hin braucht es deshalb die volle Konzentration unseres Fahrpersonals.»

Grossbaustelle am Bahnhofquai: Zwei temporäre Linien gewährleisten Verbindung in den Norden
Zusätzlich zum «Tramnetz Süd» prägt eine Grossbaustelle beim Hauptbahnhof den Fahrplanwechsel. Die Haltestelle Bahnhofquai/HB wird von Dezember 2025 bis Dezember 2026 umfassend saniert, erweitert und hindernisfrei ausgebaut. Während dieser Zeit gibt es für die Trams an dieser Stelle kein Durchkommen. Damit der Trambetrieb (fast) wie gewohnt weiter funktionieren kann, setzt die VBZ ab Silquai/HB die zwei temporären Baustellen-Linien 50 und 51 ein. Sie gewährleisten die Verbindung vom Hauptbahnhof in die nördlichen Stadtquartiere, etwa Richtung Frankental, Oerlikon und Altstetten.
Wie Johannes Eckert im Gespräch verrät, wurden die Nummern 50 und 51 sowie die schwarze Hintergrundfarbe ganz bewusst gewählt, damit keine Assoziationen zu bestehenden VBZ-Linien entstehen: «Diese beiden Linien bleiben für ein Jahr und sollen danach möglichst wieder aus den Köpfen der Leute verschwinden. Wenn die Baustelle fertig ist, wird alles wieder gut», lächelt er. Eckert ist zuversichtlich und findet, dass man sich bei den VBZ – in Anbetracht dessen, dass ein so wichtiges Element wie das Bahnhofquai fehlt – ein sehr gutes Netz ausgedacht hat.
Zum Schluss weist er noch auf eine weitere Besonderheit hin: Auf der Südseite des Hauptbahnhofs wechseln manche Tramlinien während der Fahrt ihre Nummer. So dürfte beispielsweise manch ein Fahrgast erstaunt sein, dass er vom Triemli in Richtung HB mit dem 14er unterwegs ist und von dort, ohne auszusteigen, mit dem 6er zum Zoo weiterfährt.
Wie man sich am besten vorbereitet: Liniennetzplan anschauen und Online-Fahrplan konsultieren
Am 14. Dezember 2025 startet also ein neues Kapitel im Liniennetz der VBZ. Trotz Fahrplanwechsel und Baustelle am Hauptbahnhof wird man mit der VBZ auch weiterhin ans gewünschte Ziel kommen. Johannes Eckert empfiehlt, sich den Liniennetzplan frühzeitig anzuschauen und den Online-Fahrplan zu konsultieren. «Und wenn alles nichts hilft, dann findet man an den grossen Plätzen vor und nach dem Fahrplanwechsel auch Personal der VBZ, das man fragen kann», ergänzt er. So werden mit Sicherheit alle dort landen, wo sie hinwollen.
Erfahre mehr über den Fahrplanwechsel in unserem VBZ Karrierekompass Podcast sowie auf fahrplanwechsel.vbz.ch.
