«Das Schönste ist, wenn nach einer Nachtschicht das erste Tram über das Gleis rollt und alles perfekt funktioniert.»

VBZ Admin
Yorro arbeitet seit über elf Jahren im Gleisbau der VBZ. Sein Arbeitsalltag ist körperlich fordernd, oft laut und nicht selten ist er nachts im Einsatz. Tauschen möchte er seinen Job trotzdem gegen nichts in der Welt. Nach dem Schicht- folgt für ihn der Ballwechsel: Wenn er nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen Ping-Pong oder Fussball spielt, erlebt er seinen ganz persönlichen «ZüriLove»-Moment.

Yorro, du arbeitest als Gleisbauer bei den VBZ. Was machst du dort genau?

Mein Team und ich sind dafür zuständig, dass Tramgleise in der Stadt Zürich richtig gebaut werden und die Trams sicher und ruhig fahren können. Wir legen neue Gleise ein, reparieren oder ersetzen sie, richten sie aus und kontrollieren, ob am Schluss alles exakt stimmt. Es ist Millimeterarbeit und erfordert viel Präzision. Wenn ein Gleis nicht sauber liegt, merkt man das später sofort – und genau das wollen wir verhindern. Wir arbeiten im Schichtbetrieb und oft in der Nacht, wenn keine Trams fahren. Manchmal dauern unsere Einsätze nur einen Tag, manchmal aber auch mehrere Wochen oder Monate – so wie aktuell bei der Grossbaustelle am Bahnhofquai.

 

Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?

Das war ein riesiger Zufall! Ich habe im Waschraum einen Nachbarn getroffen und im Gespräch stellte sich heraus, dass er Polier bei den VBZ ist. Er hat mich auf  den Job als Gleisbauer aufmerksam gemacht und meinte, ich solle es doch einfach ausprobieren. So bin ich 2014 bei den VBZ gelandet. Am Anfang hatte ich keine Ahnung, was man als Gleisbauer macht. Ich habe alles on-the-job gelernt – mit viel Unterstützung von meinem Chef. Er hat mir gezeigt, wie man Gleise richtet, misst und rechnet und worauf es ankommt. So konnte ich mir das Handwerk von Grund auf aneignen, obwohl ich nie eine Ausbildung als Gleisbauer gemacht habe. Nach sieben Jahren als Temporärmitarbeiter bekam ich die Festanstellung. Für mich war das ein Glücksfall und ich zögerte keine Sekunde.

 

Wie ist die Arbeit im Team?

Ohne Team geht im Gleisbau gar nichts. Wir arbeiten eng zusammen, sprechen uns ab und müssen uns aufeinander verlassen können – gerade nachts, wenn es laut ist und jeder Handgriff sitzen muss. Die Kommunikation ist wichtig. Manchmal gibt es da noch Luft nach oben, weil nicht alle gleich gut Deutsch sprechen und sich einige lieber in ihrer Muttersprache miteinander unterhalten. Aber wir sind trotzdem eine eingeschworene Truppe. In den Pausen kommen wir in unserem Bauwagen zusammen, essen, reden und lachen. Einer kocht meistens ein frisches Mittagessen für alle – das gibt Energie und schweisst zusammen. Danach gehen wir frisch gestärkt wieder raus auf die Baustelle und die Arbeit kann weitergehen.

 

Du arbeitest bei Hitze, Regen und Schnee – wie ist das für dich?

Ich kann mit all dem recht gut umgehen und habe mich über die Jahre daran gewöhnt. Das einzige, was ich wirklich nicht mag, ist Regen. Wenn es die ganze Nacht durchregnet, bist du irgendwann klitschnass und musst die Arbeitskleidung pro Schicht zwei- oder dreimal wechseln. Das ist mühsam. Aber ich bin nicht der Typ, der sich beklagt. Ich mache lieber meine Arbeit und ab und zu auch ein Spässchen.

 

Was magst du besonders an deiner Arbeit?

Dass ich am Ende eines Arbeitstages sehe, was ich geleistet habe. Im Gleisbau machst du nicht einfach irgendeinen abstrakten Job, sondern du siehst, was du mit deinen eigenen Händen geschaffen hast. Das Schönste ist, wenn nach einer Nachtschicht die Sonne aufgeht, das erste Tram über das Gleis rollt und alles perfekt funktioniert. Dann bin ich stolz. In so einem Moment sehe ich, dass unsere Arbeit etwas bringt. Auch wenn ich privat mit dem Tram unterwegs bin, komme ich immer wieder an Orten vorbei, wo ich die Gleise ersetzt oder repariert habe. Dass ich meine Arbeit auf den Strassen Zürichs sehen kann, finde ich toll.

 

Wie empfindest du die Schichtarbeit?

Ich arbeite häufig in der Nacht. Der Rhythmus ist schon streng und fordert einen körperlich. Aber mit der Zeit gewöhnst du dich daran und organisierst dein Leben anders. Du kannst nicht mehr bei allem mitmachen, was deine Kollegen unternehmen. Dafür kannst du auch mal tagsüber in die Badi gehen, wenn es dort weniger Leute hat. Wichtig ist, dass man sich genügend Zeit für Erholung nimmt, aber trotzdem nicht den ganzen Tag verschläft, sondern seine Freizeit aktiv gestaltet.

 

Was machst du, wenn du nach einer anstrengenden Schicht nach Hause kommst?

Oftmals komme ich am Morgen nach Hause. Dann lege ich mich zuerst kurz hin. Sonst mag ich es, vom Schicht- direkt in den Ballwechsel zu gehen. Am liebsten treffe ich mich mit Kollegen zum Ping-Pong oder Fussballspielen. Es zieht mich immer irgendwo nach draussen – in den Park oder auf einen Platz. Meistens spielen wir in Oerlikon, wo ich wohne. Manchmal gehen wir aber auch zum Sihlcity oder nach Wollishofen. Oder wir spielen Pétanque auf dem Kanzleiareal. Wenn das Wetter schön ist, grillieren wir zusammen. Dann ist es für mich ein perfekter Tag und mein «ZüriLove»-Moment.

 

Was gefällt dir besonders an Zürich?

Ich liebe Zürich – für mich gibt es keinen besseren Ort auf der Welt! Ich mag die Menschen hier. Ich weiss, das hört sich etwas seltsam an, weil die Zürcherinnen und Zürcher nicht gerade dafür bekannt sind, besonders liebenswürdig und freundlich zu sein (lacht). Aber die kulturelle Vielfalt und Offenheit ist für mich ein grosses Plus. Ausserdem schätze ich, dass es hier so sauber ist und ich mich sicher fühle.

 

Welche Note gibst du den VBZ als Arbeitgeberin?

Eine Top-Note! In meinen elf Jahren bei den VBZ habe ich ausnahmslos nette Menschen kennengelernt. Alle reden miteinander – egal, auf welcher Stufe jemand ist, ob er im Büro oder auf der Baustelle arbeitet oder welche Hautfarbe er hat. Man spürt den gegenseitigen Respekt und das schafft dieses Wir-Gefühl. Deshalb fühle ich mich bei den VBZ so wohl. Ich kann zu allen ins Büro gehen und sagen: Komm, wir trinken einen Kaffee zusammen.

Wir haben Yorro gefragt, er hat geantwortet: 

Besonders lebendig fühle ich mich, wenn ich mit meiner Tochter im Zürichsee schwimmen gehe.

Am liebsten bin ich mit der Linie 9 unterwegs zum See.

Mein Job bei den VBZ finde ich fordernd, aber ich mache ihn gerne.

Wenn ich aus Zürich Oerlikon wegziehen müsste, würde ich nach Winterthur ziehen.

Mein liebster Event in Zürich ist ein FCZ-Match.

Die VBZ als Arbeitgeberin kann ich empfehlen, weil alle nett und loyal sind.

Wenn ich an den VBZ etwas verbessern könnte, wäre es, dass in meinem Team alle besser Deutsch sprechen.

Ich trage zum Puls der Stadt Zürich bei, weil ich das Fundament lege, damit die Trams fahren können.

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