Fabian, was macht ein Busmechaniker genau?
Einiges mehr als viele Leute denken. Neben Reparatur- gibt es auch viele Planungs- und Büroaufgaben. Unser Team ist fürs Tagesgeschäft zuständig und behandelt sozusagen alle akuten Krankheiten, die bei einem Bus auftreten können. Wir reparieren zum Beispiel defekte Türen, Stromabnehmer, die nicht mehr eindrahten können und wenn es nötig ist, gehen wir auch mal raus auf die Linie und ersetzen einen defekten Bus, der nicht mehr weiterfahren kann. Das ist aber noch längst nicht alles. Da ein Grossteil der VBZ-Busse inzwischen elektrisch ist, gilt es oftmals auch technische Störungen zu beheben. Durch die Elektrifizierung wird unser Jobprofil immer anspruchsvoller. Wir müssen Reichweiten im Kopf haben, Fahrzeuge so tauschen, damit es mit der Batterie aufgeht und uns mit neuen Fehlerbildern und Systemen auseinandersetzen. Früher habe ich vor allem mit den Händen gearbeitet, heute bin ich auch oft am Computer und brauche meinen Kopf. Manchmal komme ich mir vor wie ein Software-Experte (lacht).
Was gefällt dir an deinem Beruf?
Dass er so abwechslungsreich ist und kein Tag wie der andere ist. Wenn ich am Morgen in die Busgarage Hardau komme, weiss ich meistens noch nicht, was auf mich zukommt. Ich finde es toll, dass ich mich vom Arbeitsalltag immer wieder aufs Neue überraschen lassen kann. Ausserdem schätze ich den Teamgeist, den wir bei uns haben. Wir sind eine eingeschweisste Truppe; die einen sind jünger, die anderen älter und viele sind schon lange dabei. Genau das macht es aus: Wir können voneinander lernen und profitieren. Der Zusammenhalt und dass wir uns auch privat gut verstehen, macht enorm viel aus und lässt uns auch stressige Tage gut überstehen.
Wie muss ich mir einen stressigen Tag vorstellen?
Es kommt vor, dass gleichzeitig mehrere Busse defekt sind und wir sie bis zum Feierabendverkehr wieder auf die Strasse bringen müssen. Dann weisst du: Bis 15.30 Uhr musst du das Fahrzeug wieder zum Laufen bringen, sonst fehlt es draussen und es gibt im schlimmsten Fall einen Kursausfall. Das setzt einen schon unter Druck. Anfangs hatte ich Mühe, inzwischen kann ich damit besser umgehen. Ich bin kein Zauberer und letzten Endes gilt: Lieber ein Kursausfall, als einen Bus auf die Linie zu schicken, der nicht zu 100 Prozent betriebssicher ist. Dafür trägst du als Busmechaniker nämlich die Verantwortung.
Was machst du, um abzuschalten?
Keine Frage: Ich gehe an einen FCZ-Match. Ich bin ein eingefleischter Fan und verpasse fast kein Heim- und Auswärtsspiel. Fussball ist für mich Abschalten, Ausgleich und einfach einmal alle Emotionen rauslassen. Wenn ich mit meinen Freunden in der Südkurve stehe, fühle ich mich als Teil vom besten Team der Stadt und erlebe echte Gemeinschaft. Es ist dieses Miteinander, das ich so schätze – im Stadion genauso wie bei der Arbeit.
Dass meine zwei Lieblingsteams – die VBZ und der FCZ – praktisch Tür an Tür sind, ist reiner Zufall. Aber wenn ich an einem Sonntagnachmittag nach der Schicht nur ein paar Schritte rüber in den Letzigrund laufen muss und dort das Spiel anfängt, ist das für mich der perfekte «ZüriLove»-Moment. Dann verschmelzen Blau-Weiss im Job und Blau-Weiss in der Freizeit – und es passt einfach alles zusammen.
Wann bist du besonders stolz auf deine Arbeit?
Zum Beispiel morgens früh, wenn ich mit dem Motorrad zur Arbeit fahre und draussen noch keine Busse unterwegs sind. Dann weiss ich: Gleich sorgen wir dafür, dass die Flotte reibungslos ausfährt und die Leute pünktlich zur Arbeit oder zu ihrem Termin kommen. Schöne Momente erlebe ich auch, wenn ich selbst mit einem Bus ausfahre, um ein defektes Fahrzeug zu ersetzen. Wenn das Fahrpersonal und die Fahrgäste erleichtert sind, dass es weitergeht und dir für deinen Einsatz danken, weiss ich, wieso ich diesen Job mache. Und manchmal gibt es auch spezielle, fast schon ulkige Situationen: Es passiert immer wieder, dass Passagiere, die nicht rechtzeitig aus dem Bus ausgestiegen sind, bei uns in der Garage landen – meist übermüdet, alkoholisiert oder beides. Letztens ist mitten im Winter ein Mann ohne Schuhe bei uns gelandet. Ich habe ihm kurzerhand ein Paar alte Arbeitsschuhe aus meinem Spind geholt, damit er nicht wieder barfuss raus in der Kälte musste.
Du bist 24 Jahre alt, aber schon seit fast 10 Jahren bei den VBZ. Zeit für etwas Neues?
Wow, stimmt – wenn du das so sagst, klingt es nach einer Ewigkeit. Ich bin seit meiner Lehre als Automobilmechatroniker für schwere Nutzfahrzeuge bei den VBZ und immer noch sehr zufrieden. Ich komme jeden Morgen gerne zur Arbeit. Das ist, was zählt. Aber klar, ich bin noch jung und überlege mir manchmal schon, wie es für mich in den nächsten Jahren weitergeht. Das Gute ist ja, dass die VBZ ein breites Spektrum an verschiedenen Stellen bieten und dich in deiner Weiterentwicklung auch sehr unterstützen. Ausserdem geniessen wir viele Benefits, gute Sozialleistungen und unsere Jobs sind sicher. In der heutigen Zeit ist das viel Wert. Deshalb habe ich nicht vor, die VBZ so schnell zu verlassen. Ich bin diesbezüglich übrigens keine Ausnahme: Ganz viele Leute bei uns sind schon lange dabei. Das spricht für die VBZ als Arbeitgeberin.