«Aus der Fahrerkabine habe ich die beste Aussicht auf das bunte Leben der Stadt.»

VBZ Admin
Seit drei Jahren ist Egzona Busfahrerin bei den VBZ und könnte sich kaum einen schöneren Beruf vorstellen. Sie mag den dichten Verkehr, volle Strassen und das Gefühl, mittendrin zu sein. Doch ihren persönlichen «ZüriLove»-Moment erlebt sie an einem überraschend stillen Ort: In Wollishofen, in der Nähe der Haltestelle Neubühl, wo sich aus dem 66er-Bus der Blick auf ein Blumenfeld und den Zürichsee öffnet. In diesem Moment wird ihr bewusst, was für ein Glück sie hat, nicht nur in, sondern auch für ihre Lieblingsstadt zu arbeiten.

Eine Leidenschaft für grosse Fahrzeuge hat Egzona schon seit ihrer Kindheit. Dass sie jedoch einmal Busfahrerin bei den VBZ sein würde, hätte sie nie gedacht: «Ich kannte zwar die blau-weissen Busse und Trams der Stadt Zürich, doch als Unternehmen sagte mir die VBZ damals gar nichts», sagt sie. Dass sie heute bereits seit drei Jahren als Busfahrerin am Steuer sitzt, verdankt sie einem glücklichen Zufall. Online sah sie ein Stelleninserat, in dem Quereinsteigerinnen als Busfahrerinnen gesucht wurden. «Ich musste nicht zweimal überlegen und wusste sofort: Genau das will ich machen.»

 

Das Unterwegssein gibt ihr ein Gefühl von Freiheit 

Ihr Gefühl hat sie nicht getäuscht. Sie habe ihren Traumjob gefunden, schwärmt Egzona. Die Begeisterung, mit der sie davon erzählt, lässt keine Zweifel daran aufkommen. Was sie besonders an ihrem Job liebt, ist das Unterwegssein, das Gefühl von Freiheit und die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. «Im Detailhandel, wo ich früher gearbeitet habe, war ich immer am gleichen Ort. Jetzt komme ich in der ganzen Stadt herum und sehe immer wieder etwas Neues. «Ich brauche diese Action», lacht sie. Sie ist ein Energiebündel. Gerade deshalb mag sie es, wenn auf den Strassen etwas los ist, während sie arbeitet. Gerne erinnert sie sich an einen Sommerabend im Jahr 2024, an dem die Schweizer Fussballnationalmannschaft ein wichtiges Europameisterschaftsspiel gewann und sie sich mit dem Bus plötzlich mitten im Jubel und Trubel der Fans wiederfand. Oder an einen Freitagabend, an dem die Velodemo das Weiterkommen mit dem Bus verhinderte. «Für die Fahrgäste tat es mir zwar leid, aber ich mag es, wenn etwas läuft», sagt die 33-Jährige.

 

Privat mag sie es eher ruhig, doch beruflich ist sie am Puls der Stadt 

Privat mag es Egzona hingegen eher ruhig. Sie lebt in Mägenwil im Kanton Aargau – «auf dem Land», wie sie augenzwinkernd sagt. Sie schätzt es, in einem kleinen Dorf und nahe an der Natur zu wohnen. Um nichts in der Welt würde sie von dort wegziehen. Trotzdem oder gerade deswegen findet sie es grossartig, dass sie bei der Arbeit rauskommt und mittendrin am Puls der Stadt Zürich ist. Oft beginnt ihre Schicht erst am Nachmittag oder gegen Abend, wenn auf Zürichs Strassen besonders viel Betrieb herrscht. «Dann muss man besonders gut aufpassen und voll konzentriert sein. Die Hektik darf nicht auf mich als Busfahrerin abfärben», weiss sie. Deshalb ist sie in solchen Situationen besonders behutsam unterwegs und nimmt ganz bewusst Tempo raus – selbst dann, wenn sie «im Minus» ist und dem offiziellen Fahrplan hinterherhinkt. «Pünktlichkeit ist wichtig, aber die Sicherheit hat immer oberste Priorität», sagt Egzona.

 

Ihr «ZüriLove»-Moment: Ländliche Idylle und der Blick aufs Blumenfeld in Wollishofen

Einen Moment zum Durchschnaufen hat sie dann, wenn sie mit dem 66er Bus vom Morgental in Richtung Kilchberg unterwegs ist. Dort nimmt der Verkehr langsam ab, es wird ruhiger, und oberhalb des Tennisclubs Seeblick öffnet sich der Blick auf die grüne Landschaft und den Zürichsee. «Wenn ich aus der Fahrerkabine das Blumenfeld, die Hügel und den See sehe, bin ich hin und weg. Hier zeigt sich Zürich von seiner schönsten Seite. Deshalb ist das mein ‹ZüriLove›-Moment», schwärmt Egzona. In der Ruhe etwas ausserhalb der City kann sie sich wieder sammeln, bevor sie ins Stadtgetümmel zurückkehrt. «Die Natur hilft mir, herunterzufahren und meinen Gedanken Raum zu lassen. Danach bin ich wieder bereit für Action.» 

 

Dank ihr kommen die Menschen in Zürich unkompliziert von A nach B

Egzona entdeckt immer wieder neue Seiten an der Stadt, in der und für die sie arbeitet. Durch ihren Beruf kennt sie nicht nur die stark befahrenen Achsen, sondern auch die leiseren Strecken und die grünen Ränder. Die ländliche Idylle in Wollishofen hat sie ebenso durch ihre Arbeit als VBZ-Busfahrerin kennengelernt wie das eine oder andere Café. «Zürich ist extrem vielseitig. Aus der Fahrerkabine habe ich die beste Aussicht auf die unterschiedlichen Quartiere und auf das bunte Leben der Stadt.» Dafür zu sorgen, dass die Menschen mit den VBZ zur Arbeit, in die Schule, nach Hause oder zu Terminen kommen, erfüllt Egzona mit Genugtuung. «Dank mir und meinen Kolleg*innen bleibt die Stadt in Bewegung und die Leute kommen einfach, unkompliziert und erst noch ohne Auto von A nach B. Das ist doch eine super Sache!»

 

Als Frau ist sie in der Minderheit als Busfahrerin – aber hoffentlich nicht mehr lange 

Wenn Egzona ihren Bus nach Dienstschluss – meist mitten in der Nacht – in der Busgarage Hardau parkiert, kann sie guten Gewissens sagen: Heute habe ich Zürich bewegt und etwas Sinnvolles getan. «Wenn es keine Zwischenfälle oder Störungen gab, weiss ich, dass ich meinen Job gut gemacht habe und gehe stolz nach Hause», berichtet die Mägenwilerin. Als Frau gehört sie im Busbetrieb der VBZ zur Minderheit. Von ihren männlichen Kollegen fühlt sie sich ernst genommen und wertgeschätzt. Trotzdem wünscht sie sich, dass künftig mehr Frauen den Weg ans Steuer finden. «Busfahren ist nicht nur etwas für Männer. Man kann es lernen wie Autofahren. Im Ausbildungsprogramm wird man Schritt für Schritt daran herangeführt – und irgendwann ist man Profi», weiss sie aus eigener Erfahrung.

 

Wer bei den VBZ einsteigt, bleibt nicht stehen

Egzona’s Weg bei den VBZ geht weiter: Ab Juni 2026 ist sie auch als Springerin Kundenberaterin unterwegs. Die neue Aufgabe bringt noch einmal eine andere Form von Nähe zu den Fahrgästen mit sich und sorgt für noch mehr Abwechslung im Arbeitsalltag: «Der Job ist extrem facettenreich. Ich kontrolliere die Billette der Fahrgäste, springe ein, wenn im Fahrdienst Not am Mann oder der Frau ist oder unterstütze die Passagiere, wenn ein Unfall passiert», erzählt sie. Gerade das Kontrollieren der Billette verlangt viel Feingefühl und ein gutes Gespür für die Situation. Neben dem direkten Kontakt mit den Fahrgästen freut sich Egzona vor allem auf etwas: Das Unerwartete. «Man weiss nie, was auf einen zukommt und wem man begegnet – das finde ich toll.» Dass sie schon bald zusätzlich im Kundendienst im Einsatz sein wird, zeigt auch, wie vielfältig die Entwicklungsmöglichkeiten bei den VBZ sind. Wer hier einsteigt, bleibt definitiv nicht stehen.

Wir haben Egzona gefragt, sie hat geantwortet: 

Besonders lebendig fühle ich mich, wenn ich in Zürich Bus fahre.

Am liebsten bin ich mit der Linie 66 unterwegs.

Mein Job bei den VBZ finde ich abwechslungsreich.

Wenn ich aus Mägenwil wegziehen müsste, würde ich nach Zürich ziehen.

Mein liebster Anlass in Zürich ist das Knabenschiessen.

Die VBZ als Arbeitgeberin kann ich empfehlen, weil man ein Teil von Zürich ist.

Wenn ich an den VBZ etwas verbessern könnte, wäre es, dass noch mehr Frauen Bus fahren.

Ich trage zum Puls der Stadt Zürich bei, weil ich die Leute bewege.

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